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Top 5 Haarpflege-Mythen im Faktencheck: Schluss mit den Märchen

  • Autorenbild: VEEVI
    VEEVI
  • 14. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Jan.

Jeden Morgen dasselbe Spiel: Shampoo, Spülung, Hitzeschutz, Föhn. Wir geben uns viel Mühe für das perfekte Styling und greifen manchmal sogar zu Extensions oder nutzen exklusive Haarteile, um unserem Look das gewisse Etwas zu verleihen. Doch in der Welt der schönen Haare halten sich hartnäckig Ratschläge, die oft schon unsere Großmütter gepredigt haben. Aber halten diese Weisheiten modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen stand? Wir haben fünf der bekanntesten Mythen unter die Lupe genommen, damit du weißt, was du getrost aus deinem Pflegeritual streichen kannst.



haarpflege mythen titelbild


Mythos 1: Tägliches Haarewaschen schadet der Mähne


Der Faktencheck: Falsch (mit Ausnahmen).


Diese Warnung geistert seit Jahrzehnten durch Friseursalons und Internetforen, doch die Realität ist viel individueller. Ob tägliches Waschen schadet, hängt primär von deinem Haartyp und den verwendeten Produkten ab. Die Talgproduktion ist nämlich rein hormonell gesteuert. Manche Menschen produzieren kaum Sebum, während andere bereits nach wenigen Stunden einen fettigen Ansatz bemerken. Der weitverbreitete Glaube, man könne die Kopfhaut durch seltenes Waschen "umerziehen" und so die Fettproduktion drosseln, ist biologisch schlichtweg nicht haltbar.

Die Lösung liegt in der Wahl des richtigen Produkts. Moderne Shampoos sind heute meist so mild formuliert, dass sie Schmutz zuverlässig entfernen, ohne die Kopfhaut aggressiv auszutrocknen. Wer also feines oder schnell fettendes Haar hat, darf dieses ruhig täglich waschen. Idealerweise greift man dabei zu sulfatfreien und pH-hautneutralen Produkten, um die Balance der Kopfhaut zu wahren.


Mythos 2: Kaputte Spitzen lassen sich reparieren


Der Faktencheck: Leider nein.


Es klingt verlockend: Ein Wunder-Serum auftragen und der Spliss verschwindet wie von Zauberhand. Die ernüchternde Wahrheit ist jedoch, dass Haar tote Materie ohne eigenen Stoffwechsel ist. Ist die schützende Schuppenschicht erst einmal aufgebrochen und das Haar gespalten, gibt es keine biologische Möglichkeit zur Selbstheilung. Pflegeprodukte wie Öle und Silikone können hier lediglich optisch tricksen, indem sie den Spliss "kitten" und die Spitzen temporär versiegeln. Dieser Effekt hält allerdings meist nur bis zur nächsten Wäsche an.

Wer wirklich dauerhaft gesunde Spitzen möchte, kommt um zwei Dinge nicht herum: Vorbeugung und die Schere. Hitzeschutz, Seidenkissen und schonende Bürsten helfen, Schäden zu vermeiden. Ist der Spliss aber erst einmal da, hilft nur der regelmäßige Gang zum Friseur - idealerweise alle acht bis zwölf Wochen -, um ein weiteres Aufspalten zu verhindern.


Mythos 3: 100 Bürstenstriche täglich sorgen für Glanz


Der Faktencheck: Veraltet und potenziell schädlich.


Dieser Rat stammt noch aus viktorianischen Zeiten, als Haarewaschen eine Seltenheit war und das Bürsten primär zur Reinigung diente. Heute ist dieser Tipp oft sogar kontraproduktiv, da exzessives Bürsten mechanischen Stress bedeutet, der schnell zu Haarbruch führen kann. Wer Volumen oder Abwechslung sucht, greift in der modernen Welt daher oft eher zu hochwertigen Perücken online oder Haarteilen aus dem Salon, anstatt das eigene Haar unnötig zu strapazieren.

Beim Bürsten gilt heute: Weniger ist mehr. Wenige Striche genügen völlig, um Knoten zu lösen. Viel entscheidender als die Häufigkeit ist dabei das Werkzeug. Naturborsten eignen sich gut, um Fett bei feinem Haar zu verteilen, während bei dickem oder nassem Haar breite Kämme oder spezielle "Detangler" Pflicht sind, um nicht unnötig an den Strähnen zu reißen.


Mythos 4: Eiskaltes Wasser versiegelt die Haare für extremen Glanz


Der Faktencheck: Der Effekt wird überschätzt.


Die Theorie besagt, dass kaltes Wasser die Schuppenschicht (Cuticula) schließt und so für einen spiegelartigen Glanz sorgt. Tatsächlich reagiert das Haar zwar auf Temperatur, aber der Effekt ist minimal und vor allem nur von kurzer Dauer. Sobald das Haar trocknet, normalisiert sich der Zustand der Schuppenschicht wieder.

Wahrer Glanz kommt vielmehr von innen und der richtigen Pflege. Eine ausgewogene Ernährung mit Proteinen, Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren sowie hochwertige Produkte haben einen weitaus größeren Einfluss auf die Haarstruktur als die Wassertemperatur beim Ausspülen. Als idealer Kompromiss hat sich lauwarmes Wasser bewährt: Es löst Fett effektiv, ohne die Kopfhaut zu reizen, wie es bei zu heißem Wasser der Fall wäre.


Mythos 5: Häufiges Schneiden lässt Haare schneller wachsen


Der Faktencheck: Biologisch unmöglich.


Das Haar wächst aus der Wurzel, dem Follikel, heraus. Was an den Spitzen passiert, hat keinen direkten Einfluss auf die Aktivität dieser Wurzel. Die genetisch festgelegte Wachstumsrate von etwa 1 bis 1,5 Zentimetern pro Monat lässt sich durch den Einsatz einer Schere nicht beschleunigen. Dieser Eindruck entsteht oft nur durch einen optischen Trugschluss: Wer regelmäßig schneidet, verhindert, dass sich Spliss nach oben "frisst" und Haare abbrechen. Das Haar bleibt dadurch in der Länge erhalten und wirkt dichter, wächst aber nicht tatsächlich schneller.

Ein echter Wachstumsturbo muss daher an der Wurzel ansetzen. Wer das Wachstum anregen will, sollte die Kopfhaut pflegen, etwa durch Massagen zur Förderung der Durchblutung, und mögliche Nährstoffmängel wie Biotin, Zink oder Eisen ärztlich abklären lassen.


Fazit: Haarpflege-Mythen halten meist nicht stand


Viele Haarpflege-Mythen basieren auf veraltetem Wissen oder enthalten nur ein Fünkchen Wahrheit, das aus dem Kontext gerissen wurde. Die Kosmetikindustrie hat sich weiterentwickelt: Was früher schädlich war (wie tägliches Waschen mit aggressiven Seifen), ist heute dank milder Formulierungen meist unproblematisch.

Es gibt keine "One-Size-Fits-All"-Lösung. Statt blind alten Weisheiten zu folgen, solltest du auf die Bedürfnisse deines spezifischen Haartyps hören. Gesundes Haar ist das Resultat aus sanftem Umgang, guter Ernährung und der Akzeptanz der eigenen Haarstruktur - und nicht das Ergebnis von 100 quälenden Bürstenstrichen oder eiskalten Duschen.


Du hast noch Fragen oder möchtest deine eigenen Erfahrungen teilen? Dann werde Teil der VEEVI Community! Tausche dich mit anderen aus und entdecke Tipps, die wirklich funktionieren.


FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Haarpflege


Wie oft sollte ich meine Haare denn nun wirklich waschen?

Es gibt keine feste Regel. Wasche deine Haare, wenn sie fettig sind oder sich unsauber anfühlen. Für manche ist das täglich, für andere zweimal pro Woche. Wichtig ist nur: Wenn du täglich wäschst, nutze ein mildes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo.


Helfen Nahrungsergänzungsmittel wirklich für besseres Haarwachstum?

Nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt. Wer sich ausgewogen ernährt, wird durch zusätzliche Biotin-Tabletten keine Wunder erleben. Bei Verdacht auf Haarausfall oder stumpfes Haar lohnt sich ein Blutbild beim Arzt, bevor man wahllos Supplemente kauft.


Ist Trockenshampoo eine gute Alternative zum Waschen?

Trockenshampoo ist ein tolles kosmetisches Hilfsmittel, um das Waschen einen Tag hinauszuzögern und Volumen zu geben. Es ersetzt aber keine Haarwäsche, da es Talg und Schmutz nur aufsaugt, aber nicht von der Kopfhaut entfernt. Dauerhafte Anwendung ohne Auswaschen kann die Poren verstopfen.


Warum fetten meine Haare so schnell nach?

Das ist meist genetisch oder hormonell bedingt (hohe Talgdrüsenaktivität). Auch feines Haar wirkt schneller fettig, da sich der Talg schneller verteilt als bei lockigem Haar. Pubertät, Zyklus oder Stress können dies ebenfalls beeinflussen - "falsches Waschen" ist selten der alleinige Grund.

 

 
 
 

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